Paragraphen

Wer eine Wohnung kauft, wird automatisch Mitglied einer Eigentümergemeinschaft. Das bringt Rechte und Pflichten mit sich, die im Wohneigentumsgesetz festgeschrieben sind. Darüber hinaus regeln Teilungserklärung sowie Gemeinschafts- und Hausordnung das Zusammenleben.

 

In der Teilungserklärung steht, was wem gehört und wie groß dieser Anteil an der gesamten Wohnanlage ist.

Die Gemeinschaftsordnung beschreibt die verschiedenen Arten von Eigentum mit den dazugehörigen Nutzungsrechten.
Sondereigentum = Wohnung inkl. Balkone und Terrassen
Teileigentum = Räume, die von allen genutzt werden, z.B. Fahrradkeller
Gemeinschaftseigentum = hierzu zählen z.B. Grundstück, Fassade, Dach, Garage
Außerdem werden die Verteilungsschlüssel für gemeinsame Kosten (Hausreinigung, Müll) festgelegt.

Die Regeln für das tägliche Miteinander sind in der Hausordnung niedergelegt, z.B. Ruhezeiten.

Pflichten des Eigentümers:

  • Pflege und Instandhaltung des Sondereigentums. Hierbei ist der Eigentümer eigenverantwortlich, auch für die Kosten.
  • Einhaltung der Hausordnung
  • Zahlung des Hausgeldes
  • Zahlung der Instandhaltungsrücklage
  • Den Zutritt zur Wohnung gewähren, wenn dies für die Erhaltung des Gemeinschaftseigentums notwendig ist.
  • Eigentümer haften für Schulden, entsprechend Ihrem Anteil am Gemeinschaftseigentum
  • Pflege und Instandhaltung des Gemeinschaftseigentums
    Hierfür sind alle Eigentümer gemeinsam verantwortlich. Die Kosten werden anteilig auf die Eigentümer verteilt. Maßnahmen werden auf der jährlichen Eigentümerversammlung besprochen und beschlossen. Instandhaltungsmaßnahmen wie Anstrich des Treppenhauses bedürfen einer einfachen Mehrheit. Für Sanierungen, z.B. neue Heizungsanlage, ist eine doppelt qualifizierte Mehrheit nötig. 75 % der Eigentümer müssen zustimmen und diese müssen über mindestens 50% der Stimmrechte verfügen.

Rechte des Eigentümers:

  • Stimmrecht bei Verwalterauswahl
  • Stimmrecht bei Ausgestaltung des Gemeinschaftseigentums
  • Stimmrecht bei der Ausgestaltung der Hausordnung. Jeder Eigentümer kann Änderungen vorschlagen.
  • Einbringung von Themen für die Eigentümerversammlung
  • Als Gemeinschaft Verstöße gegen die Hausordnung ahnden und abmahnen
  • Eigentümern, die wiederholt den Zahlungen von Hausgeld und Rücklage nicht nachkommen, von der Hausgemeinschaft ausschließen bis hin zum Verlangen das Eigentum zu verkaufen

Vor dem Kauf einer Wohnung sind Teilungserklärung, Gemeinschafts- und Hausordnung zur Kenntnis zu nehmen. Hinzu kommen die Protokolle der Eigentümerversammlungen, sofern es sich um ein Bestandsgebäude handelt. Sie geben Aufschluss über die gefassten Beschlüsse der Gemeinschaft zu abgeschlossenen und zukünftigen Maßnahmen. Weiterhin kann zwischen den Zeilen das „Klima“ in der Eigentümergemeinschaft herausgelesen werden.

 

 

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